SPD-Ortsverein besteht über 90 Jahre!

Sozialdemokrat zu sein und sich öffentlich für die SPD zu engagieren, dazu brauchte man - auch und besonders in Herdorf - lange Jahrzehnte Mut und die Bereitschaft, dafür Anfeindungen und Nachteile In Kauf zu nehmen. Politische Verfolgung, Bedrohung und Vernichtung von Leben, Gesundheit und wirtschaftlicher Existenz während der Jahre 1933 bis 1945 und das Verbot der SPD im NS-Staat mögen die Gründe sein, das Unterlagen aus der Ortsvereinsarbeit vor der Widergründung 1946 fehlen. Dennoch ist 1919 als Gründungsjahr belegt. Leider sind weder Gründungstag noch Gründungsmitglieder heute noch bekannt. An Kommunalwahlen war die Partei jedoch seit 1921 nachweislich beteiligt. Ihr Wähleranteil bewegte sich bis 1933 zwischen 10 und 15 % auf sehr niedrigem Niveau.
Der Aufstieg der SPD in Herdorf nach dem 2. Weltkrieg war schwer, aber er kam stets voran. Der maßgebliche Faktor für die politische Ausrichtung und Orientierung war lange Zeit die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession. Andererseits verstand sich die SPD bis Ende der 50er Jahre als Klassenpartei der Arbeiter. Seitdem die Öffnung der Partei für breitere Wählerschichten sorgte und die konfessionell geprägte politische Ein-stellung sich zunehmend lockerte, wuchs die Zahl der SPD-Wähler. Auch in Herdorf: Mitte der 50er Jahre wurde die 20-%-Grenze, 10 Jahre später die 30-%-Grenze überschritten. Ende der 70er Jahre übersprang man die 40 % und 1991 wurde bei den Landtagswahlen in Herdorf fast die absolute Mehr-heit erreicht. Entscheidend für diese Erfolge war die engagierte Arbeit der Mitglieder im Ortsvereinsvorstand und in den Räten. Und die bewusste Vorrangstellung der Arbeit vor Ort. Anders waren die kontinuierlich zu verzeichnenden Stimmengewinne - oft gegen den überörtlichen Trend - nicht zu erklären.
Wir, die heute im Ortsverein und in Gremien der Stadt und des Kreises Verantwortung tragen, können auf den Leistungen unserer Vorgänger aufbauen. Dafür gebührt diesen unser Dank. Ihr Erbe ist uns Verpflichtung, uns weiter um die Sorgen und Nöte unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch um das Schicksal unseres Gemeinwesens zu kümmern. Wir wollen dies tun, wie es der Tradition unserer Partei in besonderem Maße entspricht: Mit sozialer Kompetenz und solidarischen Handeln, besonders für jene, die die Schwächeren in unserer Gesellschaft sind und deshalb sonst keine „Lobby“ haben. Dies ist uns Selbstverständnis und Auftrag zugleich. Es entscheidet über unsere Zukunft - die Lebensqualität unserer Kinder und Enkel - und nicht zuletzt über unseren weiteren politischen Erfolg.

 
 

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